Bio-Kunststoffe

Wie leben wir unabhängiger von Erdöl?

Kunststoffe sind gegenwärtig und zukünftig...

...als Werkstoffe gefragter denn je. Megatrends wie Leichtbau, Elektromobilität, Kommunikation und auch die künftige Sicherstellung der elementaren Lebensbedürfnisse, wie Nahrungsmittelkonsum oder medizinische Versorgung sind ohne langfristig sicher verfügbare Polymerwerkstoffe undenkbar. Die meisten Kunststoffe basieren derzeit noch auf limitierten petrochemischen Rohstoffen. Umso wichtiger sind die Forschungsarbeiten des IfBB - des Instituts für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Fakultät II, Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik an der Hochschule Hannover unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres, der mit seinem Team den Fokus auf biobasierte Polymer- und Verbundwerkstoffe legt.

Das IfBB forscht schon seit Jahren...

...in Kooperation mit Wirtschaftspartnern an nachhaltigen Polymer- und Verbundwerkstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen bis hin zur Entwicklung entsprechender Produkte. Hybride Bioverbundwerkstoffe sind als Leichtbaualternative zum Aluminium in der Automobilindustrie zunehmend gefragt. Gewichtsreduktion minimiert Kraftstoffverbräuche und der Einsatz nachwachsender Rohstoffe steigert die Ressourceneffizienz. Darüber hinaus werden auch verschiedene bioabbaubare Biokunststoffe entwickelt.

Selbstabbaubare, sich im Wasser gewollt zersetzende Bio-Kunststoffe sind zum Beispiel im marinen Anwendungen gefragt: Der Abfall in den Weltmeeren ist gigantisch. In erster Linie handelt es sich dabei um Kunststoffreste, die das Ökosystem bedrohen und für Meerestiere mitunter tödlich sind. Da sich der Umgang mit Müll in naher Zukunft nicht grundlegend ändern wird, können abbaubare Biokunststoffe in der Zukunft einen Lösungsbeitrag für dieses Problem bieten.

Das IfBB hat bei seiner Forschung...

...die gesamte Wertschöpfungskette von der Materialentwicklung und Materialherstellung über die Verarbeitung bis hin zu den verschiedensten End-of-Life-Optionen und der ökologischen Bewertung im Blick. Nachhaltigkeit ist dabei das zentrale Thema. Um die Marktdurchdringung der Biopolymerwerkstoffe und Bioverbundwerkstoffe zu beschleunigen, stellen die HsH-Forscher ihre umfassenden materialtechnischen Informationen Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern zu Verfügung. Dazu werden materialtechnische Gebrauchseigenschaften oder Verarbeitungswerte zu den neuartigen Polymerwerkstoffen in Materialdatenbanken integriert oder auf frei zugänglichen Internetseiten bereitgestellt.

Neue Ausgabe der IfBB-Broschüre „Biopolymers – facts and statistics“ verfügbar:

Die aktuelle Ausgabe der Broschüre bietet einen schnellen und gut verständlichen Überblick der aktuellen marktrelevanten und technischen Fakten im Biokunststoffsektor, beispielsweise vergleichende Marktzahlen zu einzelnen Werkstoffen, Regionen und Anwendungen, Prozessrouten, Grafiken zu Agrarflächenbedarf, Ressourcen- und Wasserverbrauch, Diagramme zu Produktionskapazitäten, geographischer Verteilung und Anwendungen. Sie kann kostenlos heruntergeladen werden.

IfBB unterstützt Positionspapier gegen oxo-abbaubare Kunststoffe:

(Hannover, 16.11.2017) Das IfBB unterstützt das neu erschienene Positionspapier der Ellen MacArthur Foundation, das diverse unterschiedliche Organisationen unterzeichnet haben.

Verarbeitung von Biokunststoffen – eine Bilanz:

(Hannover, 20.11.2017) Ministerium und Projektträger diskutierten gemeinsam mit Materialherstellern, Distributoren und den Verbundpartnern die umfangreichen Projektergebnisse. Fünf Jahre „Verarbeitung von Biokunststoffen“, immer mit dem Blick auf die Fragestellungen aus der Praxis, haben umfassende Daten hervorgebracht. Diese sind in öffentlichen Datenbanken zusammengeführt und stehen Verarbeitern kostenlos zur Verfügung. Das Verarbeitungsprojekt wird gefördert vom BMEL unter Projektträgerschaft der FNR e.V.

Veranstaltungen:Mit Simon McGowan auf Science Slam-Tournee 

  • IfBB-Science Slammer Simon McGowan ist wieder bundesweit in Sachen Biokunststoffe unterwegs: Am 16.11. trat er zunächst beim 2. Science Slam der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn an, am 20. Dezember ist er beim Science Slam im Planetarium in Berlin dabei. Zuvor referiert Simon McGowan am 22. November außerdem bei der Kinderakademie in Bergen zum Thema: "Warum ist eigentlich Plastik in Mamas Duschgel und wieso finden Fische das doof?"
  • 17. Münchner Wissenschaftstage
    Vom 25.-28. November finden die 17. Münchner Wissenschaftstage in München statt. Das IfBB stellt seine neuen Materialentwicklungen am IBB-Gemeinschaftsstand vor: Im Rahmen der Forschernachwuchsgruppe wurden am IfBB Biowerkstoffe entwickelt, die bereits mit einer Computermaus, einer Zahnbürste und einem Kugelschreiber am Markt erhältlich sind.
  • 12. European Bioplastics Conference 2017
    Das IfBB ist am 28. und 29.11. mit einem eigenen Stand auf dem Branchentreff der Biokunststoffbranche, der 12th European Bioplastics Conference, in Berlin vertreten, um Produkte aus der Forschernachwuchsgruppe und Ergebnisse der Studien zur Produktkommunikation von biobasierten Kunststoffen vorzustellen.Ferner wird das IfBB die neue Ausgabe der Instituts-Broschüre "Biopolymers - facts and statistics" präsentieren. Diese wird ab Erscheinen auch online verfügbar sein.

Webinarreihe "Biowerkstoffe im Fokus": Biokunststoffe kompakt - Ergebnisse aus fünf Jahren Forschernachwuchsgruppe

 

Vom Rohstoff zum zertifizierten Werkstoff und in Produktapplikationen – die Forschernachwuchsgruppe am IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe kann auf fünf erfolgreiche Jahre Entwicklungsarbeit zurückblicken, die Früchte trägt. Angefangen von der Werkstoffentwicklung über die Anwendung bis zur Ökobilanzierung und Produktkommunikation stellt das Dezember-Webinar die entwickelten Materialien und Innovationen vor.

Neue Verbundprojekte:

Kontakt:

Prof. Dr. Hans-Josef Endres
Fakultät II, IfBB
E-Mail: hans-josef.endres@hs-hannover.de
Tel.:  +49 511 9296-2212

Vita:

1986-1991: Studium des Maschinenbaus, Vertiefungsrichtung Werkstofftechnik an der Ruhr-Universität Bochum, Abschluss: Dipl.-Ing.

1992-1994, Berufsbegleitende Promotion zum Doktor der Ingenieurswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum

1992-1998: BUCK Werke GmbH & Co, Bad Reichenhall, Forschungszentrum eines mittelständischen Unternehmens mit ca. 2.500 Mitarbeitern, zuletzt Abteilungsleiter Werkstoffe und Verfahrenstechnik

1998-1999: Bereichsleiter Instandhaltung bei der ThyssenKrupp AG (Rasselstein Hoesch GmbH), Andernach


seit 1999 Professor an der Hochschule Hannover, Fakultät für Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik. Lehrgebiete: Werkstoffkunde, Polymerwerkstoffe, Kunststofftechnik, Materialprüfung, energetische und stoffliche Nutzung biogener Rohstoffe


seit 2011 Leiter des neu gegründeten IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover


seit 2012 Leiter des neu gegründeten Anwendungszentrums HOFZET des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung WKI an der Hochschule Hannover


seit 2016 mittels einer Kooptation Professor an der TU Braunschweig, Fakultät für Maschinenbau


Preisträger des Niedersächsischen Wissenschaftspreises 2012

Preisträger des B.A.U.M.-Umweltpreises 2015 in der Kategorie Wissenschaft

Prof. Endres arbeitet als Pionier bereits seit mehr als 25 Jahren an der Forschung und Entwicklung biobasierter Kunststoffe und innovativer Polymerverbundwerkstoffe.

Mit seiner langjährigen Forschungsarbeit zu Biokunststoffen ist es Endres‘ Ziel, einen nachhaltigen Umdenkungsprozess - insbesondere auch bei zukünftigen Entscheidungsträgern - hin zu einer Ressourcenwende auch im materialtechnischen Bereich zu initiieren, zu einer Versachlichung der Diskussionen über biobasierte Kunststoffe und Verbundwerkstoffe in der Wissenschaft, Politik sowie Öffentlichkeit beizutragen und sie auf Basis verlässlicher wissenschaftlicher Daten als langfristige Alternative zu herkömmlichen, weitestgehend auf fossilen Rohstoffen basierenden Kunststoffen zu etablieren.

Auf uns und unsere Erde achten – eine Mission, die auch der Hochschule Hannover (HsH) am Herzen liegt. Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit fangen...

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